Als Gürtelknebel der Edo-Zeit mussten Netsuke funktional, glatt und erzählerisch sein. Kompakte Volumen, versteckte Durchbrüche und weiche Übergänge verhindern Hängenbleiben am Kimono. Wir analysieren archetypische Formen, ergonomische Griffpunkte und subtile Texturen, die erst im Streiflicht sichtbar werden. Dazu gibt es Hinweise zur natürlichen Patina aus Hautölen, behutsamer Reinigung und dem Erhalt feiner Kanten, ohne den gebrauchstüchtigen Charakter zu verlieren.
Winzige Tesserae aus Glas oder Email werden mit Pinzetten gesetzt, orientiert an Flusslinien, die Bewegung suggerieren. Entscheidend sind gleichmäßige Bettung, klare Fugen und ruhige Farbverläufe. Wir vergleichen reversible Kleber, Fuge auf Kalkbasis, minimalen Druck und staubfreie Trocknung. Zudem zeigen wir, wie Reisekästchen als Andenken kleine Landschaften bewahrten, und wie moderne Werkstätten ähnliche Effekte mit nachhaltigen Materialien erreichen.
Haardünne Linien auf Wasli-Papier entstehen mit Eichhörnchen- oder Kolinsky-Pinseln, gemahlenen Pigmenten und ruhiger Atemführung. Wir besprechen Schleifen von Pinselspitzen, Bindemittel aus Gummi arabicum, Schichtung lasernder Lasuren und Kanten, die Tiefe erzeugen. Kleine Reisebilder dienten als persönliche Welten; heute helfen Lupenleuchten, stabile Handauflagen und Pausenrhythmus, damit die Feinmotorik entspannt bleibt und Farben farbstabil trocknen.